Leben im Alter
Gerade für die jüngere Leserinnen ist es sicher interessant zu erfahren, wie das Leben im Alter aussieht. Jawl, das freundliche Servicemagazin für Themen rund um den Alltag will Euch helfen.
Es geht also um das Alter, in dem „samstags lange schlafen” bedeutet, dass man erst um neun aufsteht. In dem „zusammen was machen” bedeutet, dass man zusammen in den Baumarkt fährt und dort den Gegenwert von einer Peter Gabriel-Konzertkarte in Rasensamen und ein paar Pflanzen investiert, weil der Garten wie Hulle aussieht. (Den Gegenwert der zweiten Peter Gabriel-Karte wird man am Montag in einen neuen Rasenmäher investieren).
Nachdem man also den Garten ansatzweise gerichtet, den Vorgarten-Rasen mit der Schere gemäht hat, aus dem anschließenden Erschöpfungsschlaf wieder aufgewacht ist und das abendlich geplante Kino zugunsten einer kleinen Runde um den Block gestrichen hat kommt dann die Zeit wo ihr entweder beginnt, Euch die Seele aus dem Leib zu vögeln oder auf die Piste zu gehen, um jemanden zu finden, mit dem Ihr Euch dann im weiteren Verlauf der Nacht die Seele aus dem Leib vögeln könnt.
Und hier beginnt das Mysterium. Was macht der Mensch im Alter an dieser Stelle? Liegt er komatös vor dem Fernseher und verfolgt im dreiviertel-Schlaf mit einem Speichelfaden im Mundwinkel das öffentlich-rechtliche Fernsehprogramm?
Nein.
Denn auch der Mensch im Alter hat Internet.
Und so wühlt er sich den ganzen Abend durch YouTube, schaut Videos aus der eigenen Jugend und beschließt dann endlich so gegen zwölf, doch noch unters Dach zu wechseln, weil dort der Plattenspieler steht.
Und dann hört der alte Mensch die komplette Misplaced Childhood, hat das Album-Cover in der Hand und singt begeistert jede Zeile mit.
I will wear your white feather
I will carry your white flag
I will swear I have no nation
But I’m proud to own my heart
Und dann wird darüber gebloggt.
Und dann sich die Seele aus dem Leib gevögelt – also keine Angst vor dem Alter.

serotonic
(4. June 2007 - 10:26 Uhr)
Gnihihi :)
(mmd, dankeschön!)